Als Reiseziel für die diesjährige Mehrtagestour des Schwarzwaldvereins Schiltach + Schenkenzell und dem befreundeten Odenwaldklub Neckarbischofsheim wurde das Dahner Felsenland gewählt - mit seinen imposanten Felsformationen, den malerischen Felsenburgen aus dem Mittelalter und den schönen Ausblicken im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen auch 2023 wieder erneut als „Premium Wanderregion“ vom Deutschen Wanderinstitut ausgezeichnet. Zu den 33 Mitgliedern der beiden Wandervereine waren noch 2 Gast-Wanderinnen willkommene Teilnehmer.
Bereits am Anreisetag wurde der 4-Burgenweg im Grenzgebiet zu Frankreich in Angriff genommen. Nach einer kurzen Wanderung von deutschem Gebiet in das Elsass war die Burg Fleckenstein erreicht, eine noch gut erhaltene, auf Sandsteinfelsen erbaute Festung aus dem 12. Jahrhundert. Die mächtigen Mauern und beeindruckenden Gebäudekomplexe mit dem Brunnen und Treppenturm sind Ausdruck militärischer Macht des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches der Kaiserdynastien des Mittelalters. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Elsass dem Königreich Frankreich zugeordnet.
Ein knackiger Anstieg, der ein paar Schweißtropfen kostete, führte die Wandergruppe zurück auf deutsches Gebiet zu den 3 Burgruinen Löwenstein, Hohenbourg und Wegelnburg, die höchst gelegene Burgruine der Pfalz. Auf Wurzelwegen führte die Route an hohen bizarren Sandsteinfelsen vorbei – wahre Kunstwerke der Natur -, die bei einem geologischen Rückblick auf eine Entstehung im Zeitalter der Trias vor ca. 250 Mio Jahren sehen. Wie die meisten Burgen der Pfalz wurden auch diese Ruinen Ende des 17. Jahrhunderts von franz. Truppen zerstört. Mit viel Aufwand werden die Gemäuer von den Gemeinden und Interessenverbänden heute gepflegt und unterhalten. Alte noch erhaltene Steintreppen und Leiter bieten den Wanderern die Möglichkeit, die Ruinen zu besteigen und von oben ein beeindruckendes Panorama in die einzigartige sanfte Hügellandschaft der Pfalz und ihren kleinen Orten im Tal zu genießen. Die direkt in die Felsen gehauene Kammern und Aufstiege vermitteln auch heute noch interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur vergangener Epochen. Die noch sichtbaren Spuren mühsamer Arbeit mit einfachen Mitteln flößt Achtung und Ehrfurcht ein. Obwohl der Wetterbericht Regen angekündigt hatte, hellte sich der Himmel bereits am Vormittag auf so trug auch das sonnige Wetter noch zu einem einmaligen Wandererlebnis bei.
Der Abend war nach einem reichhaltigen 3-Gängemenü der geselligen Unterhaltung gewidmet. Die Stimmung war ausgelassen, kannten sich doch die meisten von den Gemeinschaftswanderungen der vergangenen Jahre. Bereits seit 8 Jahren bestehen freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Wandervereinen und alljährliche gemeinsame Wanderreisen festigen diese Gemeinschaft. Die Ehrung des 2. Vorsitzenden Werner Braun vom Odenwaldklub für besondere Verdienste an dieser Freundschaft mit der Ehrenmitgliedschaft im Schwarzwaldverein fand großen Beifall mit einer emotionalen Stimmung unter allen Anwesenden.
Für den nächsten Tag hatte der Wanderführer Werner Braun eine Teilstrecke des Premiumweges „Bärenhöhlentour Rodalben“ ausgesucht. Nach einem kurzen aber kräftigen Aufstieg erwarten den Wanderer einen Teil des Rodalber Felsenwanderwegs, der bei der Wahl des Wandermagazins zu "Deutschlands Schönstem Wanderweg 2022“ den zweiten Platz erreicht hat. Auf einem schmalen angenehm zu laufendem Waldpfad mit seinem lichtdurchfluteten Mischwald, immer mit leichtem Auf und Ab, führt die Route durch das romantische Langenbachtal mit seinen Quellen bis zur Bärenhöhle. Bei ihr handelt es sich um die größte, natürliche Felsenhöhle der Pfalz. Erosionskräfte und Winde haben so im Laufe der Jahrtausende dieses wunderbare Naturdenkmal entstehen lassen. Aus den massiven Felswänden entspringt eine Quelle, dessen Wasser sich durch die Höhle schlängelt. Von hier geht die Routenführung vorbei an weiteren monumentalen Zeitzeugen aus Buntsandstein bis hin zum sagenumwobenen Bruderfelsen, dem Wahrzeichen der Stadt Rodalben. Der Sage nach soll es sich bei den mächtigen, von Witterung und Erosion geformten Sandsteinsäulen um zwei Brüder handeln, die im heftigen Streit um eine Frau zu Stein erstarrt sind. Von hier aus hat man eine herrliche Aussicht über weite Teile von Rodalben.
Auch der Abreisetag für die Schiltacher/Schenkenzeller hatte noch ein Wanderhighlight auf dem Programm. Am Erlebnispark in Hinterweidenthal startete die Premiumwanderung zum Teufelstisch, einem der markantesten Naturwunder der Pfalz. Der rund 300 Tonnen schwere Buntsandsteinfelsen entstand wie die anderen Felsformationen durch Sediments-Ablagerungen aus Sand und Tonstein und ließ in Millionen Jahren durch die natürliche Erosion und Wind diese eigentümliche, an einen Tisch erinnernder Pilzfelsen entstehen. Es gibt noch weitere Pilzfelsen mit diesem Aussehen in der Pfalz, mit 14 Meter Höhe ist der Teufelstisch jedoch der Größte und gleichzeitig das landschaftliche Wahrzeichen der Pfalz. 2009 wurde dieses Naturwunder auf Platz 7 der deutschen Naturwunder gewählt und ist heute eines der beliebtesten Ausflugsziele der Pfalz. Wie bei den meisten außergewöhnlichen Attraktionen ranken sich auch um den Teufelstisch etliche Sagen. Auf der rund 10 km langen Rundtour beindruckt noch ein Aussichtspunkt mit hübschem Blick auf das Wieslauter Tal, die Teufelsschmiede und kurz darauf die Teufelsküche, beides ebenfalls eindrucksvolle Buntsandsteinfelsen, die plötzlich im Wald auftauchen.
Am Startpunkt wieder angekommen, gab es noch im Gasthaus des Erlebnisparks eine gemeinsame Schlusseinkehr, bevor sich die Gruppe des Schwarzwaldvereins nach einem herzlichen Abschied auf den Heimweg begab.
Auch für das nächste Jahr wurde bereits wieder ein gemeinsamer Ausflug geplant. Da werden die Schiltacher/Schenkenzeller Wanderer ihre Freunde aus dem Odenwald 4 Tage in Schiltach willkommen heißen und ihnen die Highlights des Schwarzwaldes zeigen.

