IMG 20260520 WA0002 KleinEine Gruppe des Schwarzwaldvereins Schiltach + Schenkenzell begab sich kürzlich auf den Ziegenpfad von Forbach nach Bermersbach im Murgtal. Vom historischen Ortskern mit seiner mächtigen Pfarrkirche führten die Wanderführer Marita und Klaus Waidele die Wanderer*innen auf den idyllischen Ziegenpfad hinauf zum Bergdorf Bermersbach, der „Sonnenterrasse“ im Murgtal.

Entlang des Sersbachs, direkt durch Ziegenweiden hindurch, informieren zahlreiche Info-Tafeln über die Heuhüttentäler der vergangenen Jahrhunderte bis in die Gegenwart. Die tief eingeschnittenen Täler mit ihrer Abgeschiedenheit und Unwegsamkeit ließen seit dem 17. und 18. Jahrhundert eine intensive landwirtschaftliche Nutzung nicht zu, sodass eine Ziegenhaltung auf den kargen Granitböden von existenzieller Bedeutung war. In den für diese Gegend typischen Heuhütten wurde das Heu gelagert und im Winter mit Schlitten ins Tal transportiert. Einwanderer aus Tirol brachten bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg schon die Bauweise der hölzernen Heuhütten mit. Die große Anzahl dieser Hütten auf engem Raum, die über 400 Jahre gebaut und gepflegt wurden, zählen zu den wertvollsten Kulturlandschaften dieser Region und sind in ganz Mitteleuropa einzigartig. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verloren die Heuhüttentäler mit ihren vierbeinigen „Landschaftspflegern“ durch die zunehmende Industrialisierung jedoch an Bedeutung. Viele Heuhütten verfielen und die Hänge wuchsen zu. Erst ab dem Jahr etwa 2000 rückte dieses Kulturgut wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung. In Ihrer früheren Zeit als Beitrag zum Lebenserhalt notwendig, weisen heute zahlreiche wieder erhaltene und restaurierte Heuhütten durch die Gemeinden um Forbach und einen Verein auf ihre einstige kultur-historische Bedeutung hin.
Nach diesem geschichtlichen Exkurs ging die Tour auf dem „Glücksweg“ zum Bermersbacher Wasserfall und auf einem schmalen Pad mit den saftig grünen Wiesen und bunten Blumen am Hang an einem Rotwildgehege vorbei nach Bermersbach zurück.
Am Naturdenkmal „Giersteine“ an einer besonders exponierten Stelle auf einer Bergkuppe bei Bermersbach legte die Wandergruppe noch mal eine Rast ein und genoss die schönen Ausblicke nach Forbach im Murgtal. Um die mystischen und geheimnisvollen Granitblöcke ranken sich zahlreiche Sagen. Die weitere Routenführung talwärts, zunächst auf einem breiten Schotterweg, dann auf einem schmalen Zick-Zack-Kurs an den gewaltigen Eulenfelsen vorbei, führte wieder zurück nach Forbach zum Startpunkt zurück. Vom Pavillon auf dem Eulenfelsen eröffnet sich ein weiter Blick über das Murgtal. Wohl noch vom letzten Sturm erschwerten quer liegende umgestürzte Bäume den schmalen Weg und erforderten Aufmerksamkeit.
Wieder zurück in der Heimat fand der Wandertag in einem Lokal in Kaltbrunn bei gutem Essen einen zünftigen Abschluss.   

Bildserie Natur- und Kulturwanderung im Murgtal 2026