Mitte September war eine zwölfköpfige Gruppe des Schwarzwaldvereins Schiltach und Schenkenzell von Freitag bis Sonntag im Elsass unterwegs und besuchte einige der höchsten Gipfel der Vogesen.Pressebild Grand Ballon Klein

Das Wetter passte, als eine Wandergruppe des Schwarzwaldvereins am Freitagabend in Guebweiler im südlichen Elsass Quartier bezog. Im Restaurant Zur Bretzel »Le Bratzala« wurde dann schon einmal der gute einheimische Wein getestet und auf die kommenden zwei Tage angestoßen.

Der erste Tag stand hauptsächlich im Zeichen des Hartmannsweilerkopf, nicht nur ein markanter Aussichtsgipfel, sondern auch ein Mahnmal des grausamen 1. Weltkrieges.

Schon beim kräftigen Aufstieg von Wuenheim hoch zum Gipfelplateau, wurden immer wieder Stellungslinien, Gräben und Bunkeranlagen passiert, oftmals waren sie mit erklärenden Tafeln markiert und so die schrecklichen Kriegstage veranschaulicht. Hier oben wäre noch vieles zu entdecken gewesen, aber der Tag war zu schön um nur in der traurigen deutsch-französischen Vergangenheit zu verweilen. So ging es nach der Mittagspause an einen weiteren Anstieg, auf den über 1100 m hohen Molkenrain, der mit einem fantastischen Panorama auf die höchsten Vogesengipfel aufwartete. Endlich war es nicht mehr weit zu einer Einkehr in einer typischen Ferme Auberge, wo eine Kaffeepause eingelegt wurde und für manche war der »Tarte aux myrtilles« (elsässischer Heidelbeerkuchen) auch der Höhepunkt des Tages. Frisch gestärkt, stellten auch die letzten Stunden, bis zur Rückkehr an den Ausgangspunkt der Tour, kein allzu großes Problem mehr dar. Den zweiten Abend ließ man dann gemütlich in der »La Taverne du Vigneron«, der Winzergenossenschaft Guebweiler ausklingen.

Am Sonntag folgte mit der Besteigung des Grand Ballon (Grossen Belchen), dem Höchsten in den Vogesen, der Höhepunkt des Ausflugs. Gestartet wurde in Rimbach-prés-Guebwiller, einer kleinen ehemaligen Waldarbeitersiedlung. Über den Holzwasen und den Sudelkopf gelangte man schon bald an die Almwiesen, die den imposanten Berggipfel umgeben. Normalerweise ist der Grand Ballon, 1424 m, der kälteste und windigste Ort im ganzen Elsass, doch der warme, spätsommerliche Mittag gestattete der glücklichen Gruppe die Gipfelrast im Gras, nur unweit des höchsten Punktes. Nach einer Einkehrpause an der Passstraße unterhalb des Gipfels, machte man sich an den Abstieg und gelangte auf schmalen Pfaden über den Pirmin-Felsen und das Münsteräckerle wieder gesund zurück an die Fahrzeuge.

Es waren schöne Wandertage im Elsass, das anspruchsvolle Wanderprogramm wurde von allen hervorragend gemeistert und bei der Schlusseinkehr zurück in der Heimat, war man sich einig, dieser interessante Ausflug wird noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben.